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Die Wahl eines Outsourcing Partners: Interview mit Ole Jeppesen

Autor Daxx Team
Veröffentlicht am Sep 26, 2017
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Die Wahl eines IT outsourcing Anbieters ist eine strategische Entscheidung, die eine solide Marktanalyse und eingehende Vorbereitung seitens Anbieter und zukünftiger Kunden erfordert.


ole jeppesen ceo founder resiportResiport. Resiport ist eine Dienstleistungsplattform, die bei Bedarf unabhängige Beratung und Geschäftskontakte im outsourcing Ekosystem anbietet.

Mit 20 Jahren Erfahrung in der outsourcing Industrie und tiefgreifendem Wissen über die Bedürfnisse und Knackpunkte von Kunden ist Ole der richtige Ansprechpartner, wenn es darum geht die Hauptgründe zu erfahren, warum Unternehmen Outsourcing einsetzen, welche Risiken und Herausforderungen damit verbunden sind und Ratschläge bei der Wahl eines Anbieters zu erfahren.

Welche ausschlaggebenden Gründe motivieren Unternehmen dazu Ihre Softwareentwicklung 2017 auszulagern?

Ole: Bis zum Ende der Rezession im Jahr 2012 diente die Auslagerung von Entwicklungsleistungen ohne Zweifel der Kostenreduktion. Seither haben Unternehmen weltweit den zunehmenden Bedarf an Softwareprodukten und -dienstleistungen erkannt und ausgenutzt. Hinzu kommt eine Transformation in etablierten Industrien, bei der IT ein integralerer Bestandteil ihrer Operationen und ihres Kerngeschäfts geworden ist.

Als Ergebnis, lässt der Fachkräftemangel in den USA, den skandinavischen Ländern, und in der EU generell, den großen Pool an qualifizierter Arbeitskraft in typischen outsourcing Zielländern einen ausschlaggebenden Grund für Outsourcing Erwägungen werden.

Neueste Zahlen zeigen, dass 66% der Märkte in den skandinavischen Ländern von lokalen Zeitarbeitern, sogenannten Consultants, bedient werden. Dies verursacht viel höhere Kosten als festangestellte Mitarbeiter, die vertraglich langfristig gebunden sind. Manche Unternehmen sagen es sei so fast unmöglich geworden eine hochqualifizierte Belegschaft anzuziehen.

Geopolitische Winde und Protektionismus haben 2017 zugenommen. Lohnsteigerungen und ein Mangel an ausgebildeten Programmierern und Entwicklern wirken diesem Trend derzeit entgegen.

Im Gegensatz zur Zeit vor der Rezession wird Outsourcing heute weniger als eine Methode zur bloßen Kostenreduktion wahrgenommen, sondern auch als eine Methode, die dabei hilft Produkte schneller auf den Markt zu bringen und neue Technologien wie AI, IoT, etc. effektiver einzusetzen.

Kurz gefasst sind die ausschlaggebenden Gründe also:

  • Qualifizierte Ressourcen
  • Technologien
  • Umsatz
  • Kosten

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Welche Faktoren sollte ein Unternehmen Ihrer Meinung nach bei der Wahl zwischen onshore, nearshore oder offshore berücksichtigen?

Ole: Sehr oft wird mir diese Frage in der Form welches Land gewählt werden sollte gestellt, aber diese Frage macht viel mehr Sinn. Vielen Dank. Reisezeit, Zeitzonenunterschiede und Internetanbindung sind die wichtigsten Faktoren, die Unternehmen berücksichtigen sollten.

Generell könnte man sagen, dass man das Niveau und die Einfachheit der Kommunikation berücksichtigen sollte, also Audio, Video und Körpersprache. Manche Tasks verlangen intensivere Kommunikation als andere. Auch physische Anwesenheit kann notwendig sein um ein gegenseitiges von Kommunikationsgeräten ungefiltertes Verständnis zu entwickeln.

Die Entscheidung hängt auch davon ab, wie man outsourcen will, womit ich Projekt Outsourcing oder Anpassung der Teamgröße durch einen Dienstleister meine. Je mehr Zusammenarbeit zwischen Dienstleister und Kunde notwendig ist, desto geringer sollte die Distanz sein, vorzugsweise am selben Ort.

Faktoren und Tasks wie Agile, Innovation, Forschung und Architektur erfordern oft makellose Kommunikation, am Besten Face-to-Face. Physische Distanz und Zeit zur Meeting Teilnahme, die Möglichkeit sich während regulären Arbeitszeiten auszutauschen oder die Bandbreite der Internetverbindung sollten angesprochen werden.  

Ich selbst outsource zu einem Anbieter mit einer Zeitzonendifferenz von 12 Stunden. Für die meisten Kunden wäre das ein absolutes „no-go“, andere sehen dies als Vorteil.

Alle diese Überlegungen müssen in Einklang mit derzeitigen, kurzfristigen und zukünftigen Bedürfnissen gebracht werden. Ein Advocatus Diaboli würde sagen ich hätte gerade alle Argumente gegen Outsourcing aufgeführt. Dies ist aber nicht der Fall. Seit dem Beginn des Outsourcing Konzeptes haben wir gesehen, dass es keinen Ort gibt, an den man nicht outsourcen kann: Sogar die internationale Raumfahrtstation führt ausgelagerte Forschungsprojekte durch.

Das einzige, dass Käufer sich bewusst machen sollten, ist dass das Niveau an Komplexität mit jedem dieser Faktoren zunimmt und in direktem Zusammenhang mit den Gesamtkosten der Dienstleistung stehen, die manche auch als “versteckte Kosten” verstehen.

Welche Faktoren außer Kostenreduktion empfehlen Sie bei der Wahl eines Outsourcing Partners zu berücksichtigen?

Ole: Sie führen mich in Versuchung Ihnen eine analytische Vorgehensweise zu diktieren und über externe Faktoren zu sprechen und wie wir self-service BI nutzen um es unseren Kunden zu erlauben aus hunderten erfasster Parameter über mehr als 900 unabhängige Softwareanbieter wie Daxx Vorteile zu ziehen, aber...

In ungefähr 80% aller meiner Fälle empfehle ich dem Unternehmen sich an das Reißbrett zu setzen und zu überlegen, welche Parameter intern wichtig sind und angesprochen werden müssen, bevor man überhaupt an Outsourcing denkt.
Manche CxOs haben sich zum Outsourcing entschieden einfach weil sie Einschränkungen bei der Anwerbung von Kandidaten vor Ort haben und wegen der anderer Faktoren, die ich bereits genannt habe. Was oft fehlt ist die Erfahrung und das Wissen über die Reise eines Unternehmens zum Outsourcing.

Oft ist der Gedankengang der, dass Outsourcing Erwägungen für das Unternehmen ja nicht schlechter sein können als geplante Projekte, Produkte und Bestellungen, die nicht realisiert werden können – aber es kann durchaus so sein. Die Reise führt oft zur größten Änderung in einer Organisation seit Ihrer Gründung.

Im Falle von reinem Outsourcing, bei dem ein einzelnes Projekt oder Produkt ausgelagert wird, beginnt alles mit der Qualität der Spezifikationen, die der externe Partner verstehen soll. Governance, Reportingprozesse und qualifiziertes und verfügbares Personal müssen vorhanden sein, um den Auftrag anzunehmen und durchzuführen.

Im Falle von Zusammenarbeit mit einem offshore Entwicklerteam, sind menschliche Faktoren noch ausschlaggebender. Einige Faktoren, die einen verheerenden Einfluss auf den outsourcing Erfolg haben, außer Sie werden zuvor geplant, durchgeführt und kommuniziert – Einige interne Mitarbeiter eilten zu organisationeller Umstrukturierung ohne die nötige soziale Kompetenz zu besitzen oder wollen Kontakte mit entfernten Kollegen aus anderen Kulturen herstellen; mangelnde Offenheit hinsichtlich Reisebereitschaft, neuen Arbeitsweisen, andere Sprachen zu sprechen und des Wechsels von introvertierten zu extrovertierten Arbeiten; Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes.

Man sollte nicht vergessen, dass eine geringe Reife in der Entwicklung in der Kundenorganisation zu einer Transformation zusätzlich zum Wechsel zu Outsourcing führen kann, zum Beispiel zu einer Verdopplung der Parameter die eigentlich die internen Ressourcen des CxO’s für Kernaufgaben frei machen sollten. Im schlimmsten Falle ist es nicht unüblich, dass zentrale Mitarbeiter zu einem entspannteren Job wechseln oder Freelancer werden.

Wenn es soweit gekommen ist erlaube ich als Berater mir keinen Pragmatismus und den Unternehmen nicht in die Richtung von Abkürzungen zu führen.

Den Kunden dazu zu bewegen sich einen Monat, drei Monate oder sogar ein halbes Jahr mehr Zeit zu lassen, um die angesprochenen Themen anzugehen, ist meist einer der wichtigsten Faktoren für eine Erfolgserfahrung.

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Welche Länder sind die beliebtesten Zielländer für Outsourcing? Welche nehmen in Popularität zu? Könnten Sie einige wahrgenommene Trends mit uns teilen?

Ole: Ich könnte nun eine Lobeshymne auf europäische Länder wie Polen, die Ukraine oder Rumänien wegen ihrer Wachstumsraten in den letzten 10 Jahren anstimmen. Portugal, Bulgarien, die baltischen Staaten, Weißrussland und die Balkanstaaten wachsen auch.

Ich müsste dasselbe bezüglich einiger südamerikanischer und lateinamerikanischer Staaten sagen und dürfte auch nicht Fernost vergessen, aber...

Wenn man Popularität an der Arbeiterzahl misst, müssen wir uns alle vor Indien niederknien, sobald ich Indien als unangefochtenen Sieger des Spiels nenne.

Die sehr frühen Entscheidungen und Strategien, die die indische Unternehmergemeinschaft mit Rückendeckung der Regierung in den 70er und 80er Jahren entwickelte, um das Land aus der Armut zu führen, sind eine Errungenschaft, an der wir uns ein Beispiel nehmen sollten. Erst letzte Woche laß ich eine kleine Notiz, dass ein indischer Minister neue regierungsgestützte R&D Zentren und Knotenpunkte mit einer Kapazität von mehr als 250 000 Angestellten verkündete. Es ist die schiere Größenordnung, zu der Indien die Fähigkeit hat und die es erlaubt alles in Perspektive zu anderen Ländern, Regionen und Kontinenten zu setzen.

Das größte Problem europäischer Anbieter ist, dass jeder kleine Staat (in einem globalen Kontext) nur nationale Geschäftsinteressen vertritt und so nur „die Stimme einer Maus“ bekommt. Sogar mittelständische indische Unternehmen haben die Kapazitäten eigenhändig onshore Entwicklungszentren und Vertretungen einzurichten, wo sie wollen. Als eine natürliche Konsequenz aus dem Hype über amerikanische H-B1 Visa haben indische Unternehmen genau dies gemacht, um die Risiken global zu verteilen und neue Umsatzmöglichkeiten zu generieren.

Welche Art der Auslagerung funktioniert am Besten, wenn ein Unternehmen nach Wegen sucht Ausgaben zu senken aber die Kontrolle über den ausgelagerten Geschäftsprozess nicht aufgeben will?

Ole: Vor Jahrzehnten kam der Begriff “Body Shopping” im Software Outsourcing Ekosystem auf. Er wurde hauptsächlich als Bezeichnung für einfache BPO und Softwareentwicklung verwendet, auf die man abschätzig „Hände und Füße“ zum niedrigsten Preis zuteilte.

Heute sind Aufgaben viel komplexer, aber die Geschäftsmodelle gibt es noch. Sie tragen nur neue Namen wie„Cost+”, bei denen der Kunde die Kosten für einen Angestellten zusätzlich zu einem festen Prozentsatz des Umsatzes übernimmt.
Heutzutage weiß jeder, dass Partnerschaften, gegenseitige outsourcing Vorteile, Transparenz und Vertrauen die wichtigsten Faktoren für ein hohes Produktivitätsniveau sind.

Der Grund, weshalb ich ausgerechnet Cost+ anspreche, ist dass ich dessen Einsatz  als Kernbestandteil hybrider Modelle auf eine Art und Weise gesehen habe, von dem nicht nur der Kunde, sondern auch der Anbieter profitieren.

Indem man mit Anbietern zusammenarbeitet, die DevOps meistern, und dies mit einem hybriden Geschäftsmodell kombiniert, können Kunden Dinge erreichen, von denen sogar große Unternehmen nur träumen können.

Es dreht sich alles darum den Partner zu finden, der zu den Kundenbedürfnissen passt. Falls das Bedürfnis vorhanden ist R&D mit den neuesten Technologien durchzuführen, benötigt man Spezialisten und ein eigens aufgestelltes Team, um die Dienstleistungen oder Produkte zu implementieren und warten.

Viele Anbieter haben eine Nische entdeckt, in der sie ihre Technologie Expertise je nach nach Bedarf im Rahmen eines T&M Modells anbieten und dies mit der Einrichtunge eines eigenen Teams speziell für den Kunden im Rahmen eines Cost+ Modells kombinieren.

Der Kunde bekommt das Beste aus beiden Modellen und der Anbieter bekommt ein langfristiges und fixes Einkommen und Wachstum durch den Kunden aus dem Team aus Spezialisten. Der Anbieter erhält zusätzlich einen viel wichtigeren Vorteil: Spezialisierung und eine Möglichkeit sich von anderen Anbietern zu unterscheiden. Da die Spezialisierung von Technologien wie AI, IoT bis hin zu Open Source, Automation, QA oder Prototyping sein kann, kann der Anbieter je nach langfristiger Ausrichtung spezialisierte Dienstleistungen in einem oder mehreren dieser Bereiche anbieten.

Meiner Meinung nach ist dies das beste bewährte Modell, das hinter Win-Win Partnerschaften steht.

Welche 5 Fragen sollte ein Unternehmen Ihrer Meinung nach einem outsourcing Anbieter vor einer möglichen Zusammenarbeit stellen?

Ole: Neben den 50 – 100 Parametern, die passen müssen bevor man sich einem Anbieter überhaupt nähert, sind die 5 am häufigsten Fragen bei einer Kaufprüfung meiner Meinung nach:

  • In Ihren eigenen Worten, wo sehen Sie Synergien zwischen Ihrer Vision, Mission und Strategie und unserer?
  • Was wären die nächsten Schritte mit dem Ziel eine gegenseitig vorteilhafte, transparente und auf Vertrauen basierte Partnerschaft aufzubauen, mit einem Vertrag, SLA oder SoW, die für beide Seiten vertretbar sind?
  • Hat Ihr Unternehmen Prozesse, Spezialwissen, geistige Eigentumsrechte oder Geschäftsmöglichkeiten, die kurz- oder langfristig etwas zu unserer Organisation beitragen können?
  • Was sind Ihre finanziellen Ziele, Margen und geplanten Veränderungen/Expansionen?
  • Haben Sie einen oder mehrere Kunden mit einem ähnlichen Dienstleistungs-/Produktportfolio und könnten Sie uns diesen Kunden vorstellen?

Einer der größten Vorteile, die eine strukturierte und schlanke Vorauswahl mit sich bringen, ist, dass das Unternehmen mittels datengestützter Entscheidungen bereits vor einem Besuch die Grundvoraussetzung einer fruchtbaren Partnerschaft geschaffen hat. Was übrig bleibt und die auf was sich die Parteien dann konzentrieren können ist eine Beziehung aufzubauen, die gegenseitige Chemie zu evaluieren und mit eigenen Augen zu sehen, ob die Kultur stimmt und den Grundstein für eine erfolgreiche Partnerschaft zu setzen.

Welche sind die größten Herausforderungen bei der Zusammenarbeit mit einem outsourcing Partner?

Ole: Wie bei jeder Art von Beziehung haben wir alle individuelle Erwartungen an das Verhalten, den Einsatz gemeinsamer Sprache und an generelle kulturelle Verhaltensnormen.

Ich kann mich glücklich schätzen seit insgesamt sieben Jahren im Ausland stationiert zu sein und sehe kulturelle Differenzen nicht als Hindernis für Outsourcing – schlussendlich habe ich sogar bemerkt, dass meine eigene Kultur komisch ist und habe begonnen Fragen zu stellen, warum Menschen in meinem Heimatland die Dinge für gewöhnlich so tun, warum es für uns funktioniert und warum es so in einer anderen Kultur nicht funktioniert.

Aufgrund dieser Erfahrung habe ich gelernt, dass es ungefähr ein halbes Jahr dauert kleine Nuancen zu verstehen und welche Wege Eskalationen vorbeugen, die aus Missverständnissen resultieren.

Eine Balance zwischen Höflichkeit und Verständnis finden, streng zu sein ohne eine „wir“ gegen „sie“ Situation zu erzeugen und einfach zu kommunizieren, kommunizieren und kommunizieren und das Management und die Angestellten zum selben zu bewegen – all das kann man als Herausforderung sehen, vor allem zu Beginn einer Partnerschaft, wenn es sowohl technische und organisatorische Probleme zu lösen gibt.

Wie kann ein Unternehmen sicherstellen, dass die geistigen Eigentumsrechte und vertrauliche Informationen bei einem outsourcing Anbieter geschützt sind?

Ole: Lassen Sie mich zunächst darauf hinweisen, dass es ein paar dokumentierte Fälle von Verletzung der geistigen Eigentumsrechte im outsourcing Ekosystem gibt, die wir als Mythen ansehen. Statistisch gesehen kommen Verletzungen und Leaks viel häufiger und mannigfaltiger im Kundenunternehmen selbst vor.

Nichtsdestotrotz arbeite ich gelegentlich mit Kunden in der Verteidigungs- und Pharmaindustrie, in denen strikte Vorgaben und Prozeduren gefolgt werden und Freigaben erfolgen müssen, bevor irgendein Angestellter auch nur eine einzelne Zeile Code zu sehen bekommt.

Für solche Fälle gibt es technische Lösungen, die sicherstellen, dass der Code und die Dokumentation auf dem Firmengelände verbleiben und jegliche Kommunikation/Datenübermittlung entlang verschlüsselter Kanäle zwischen dem Terminal des Entwicklers und den Servern des Unternehmens verläuft. Der Entwickler kann keinen einzelnen Byte auf der lokalen Maschine speichern.

Man sollte nie nie sagen, aber wenn der Kunde eine datenbasierte Vorauswahl  und eine Käuferprüfung durchgeführt hat und alle externen Softwareentwickler und die Angestellten des Anbieters sorgfältig von qualifiziertem HR-Personal ausgewählt wurden, dann ist das Risiko minimal.  

Nehmen wir an der Kunde will in den Einstellungsprozess involviert sein. Ist dies eine Option für outsourcing Anbieter?

Ole: Angestellte sind mit das wichtigste Kapital, egal um welche Form von Outsourcing es sich handelt. Ich habe von noch keinem Kunden gehört, der nicht in einen Teil oder den gesamten Einstellungsprozess bei der Aufstellung eines eigenen Teams involviert sein will.

Bei reinem Outsourcing, bei dem der Anbieter für die Durchführung eines Projektes oder die Produktion eines Produktes verantwortlich ist, ist der Anbieter in der Regel auch für die Auswahl der Teammitglieder zuständig. Nichtsdestotrotz bieten viele Anbieter dem Kunden die Möglichkeit sich zuvor die ausgewählten Teammitglieder anzusehen.

Eine der professionellsten Dienstleistungen, die Anbieter bereitstellen, sind HR Dienstleistungen. Die Rekrutierung und die Beibehaltung der Belegschaft sind Kernkompetenzen, auf die die Anbieter stolz sind. Sie können dabei sowohl vorgegebene Prozesse, als auch die Prozesse, Prozeduren und Tools ihrer Kunden nutzen.

Welche Tools können einem Unternehmen dabei helfen die Zusammenarbeit mit einem outsourcing Anbieter möglichst effizient zu gestalten?

Ole: Die Antwort der Frage hängt sehr vom Betriebssystem, der Sprache, in der entwickelt wird, Plattformen, Methodologie/Ideologie und der Präferenz des Editors/IDE ab. Mich gibt's schon so lange, dass ich einen guten alten Vi Editor als de-facto Standard kenne und so viele Tools gesehen habe, dass ich wahrscheinlich die Hälfte bereits wieder vergessen habe.

Ein geeigneter Editor in Kombination mit einem Standardsystem zur Versionskontrolle sehen viele als Grundsteine in jeder R&D Anordnung. Abhängig von der eingesetzten Methodologie/Ideologie wie Scrum z.B. gibt es eine vielzahl an Tools um Projekte und Dokumente zu organisieren und visualisieren. Am wichtigsten ist es vielleicht sich darauf zu einigen die Tools einzusetzen, die beide Unternehmen kennen und auf die man sich verlassen kann. In den meisten Fällen entscheidet der Kunde über die Präferenzen in einem eigens für ihn aufgestellten Team und der Anbieter bei komplett ausgelagerten Projekten.

Welche sind die größten Risiken beim Outsourcing, mit denen ein Unternehmen konfrontiert wird, und wie können sie verringert werden?

Ole: Ich bewege mich seit über zwei Jahrzehnten im outsourcing Ekosystem und habe Positionen an allen Seiten des Tisches eingenommen, sodass es meiner Meinung nach keinen Zweifel an den größten Risiken gibt, mit denen ein Unternehmen konfrontiert ist, nachdem es die Entscheidung für Outsourcing getroffen hat.

  1. Ich selbst sehe fehlende Reife, einen Mangel an strategischer Analyse und Planung, sowie wenig praktische Erfahrung mit Outsourcing im Kundenunternehmen als das größte Risiko für ein Unternehmen an.
  2. Aufgrund des ersten Faktors und der Eile operativ zu werden landet der Kunde oft parallel in einer Transformation und oder Strukturveränderungen und im Beginn des Outsourcings. Diese Art Verdopplung von Risiken kann zu gefährlich unvorhersehbaren Fällen führen.
  3. Nicht zuletzt habe ich viele Fälle von Fehlpaarungen zwischen Kunden und Anbietern gesehen, die zu sehr teuerem Insourcing von Projekten/Produkten führten.

Risiko 1 kann nur verringert werden, indem genug Zeit aufgewendet wird Reife zu erlangen, eine externe Unternehmensberatung einzubinden, und erfahrene Berater beim Bootstrappen und/oder dem Anstellen von erfahrenen Mitarbeitern hinzuzuziehen.

Risiko 2 ist auch ein C-Level Problem in der Kundenorganisation und kann nur durch einen kompletten Überblick über die Organisation verringert werden, indem jeder Schritt bei derzeitigen und zukünftigen Planungen eines Produkts oder einer Dienstleistung bekannt ist und eine Transformation durchgeführt wird bevor das Outsourcing beginnt.

Risiko 3 kann nur durch datengestützte Entscheidungsfindung gepaart mit einer onsite Kaufprüfung potentieller Partner verringert werden.

Ist es notwendig die outsourcing Standorte zu besuchen? Falls ja, wie oft sollte ein Kunde die Standorte besuchen?
 
Ole: Es ist für das Management und die Angestellten ratsam nicht nur den Anbieter zu besuchen, sondern auch anders herum.

Manche Unternehmen verfolgen die Strategie vor jedem größeren Meilenstein in einem Projekt einen Besuch durchzuführen, andere setzen Termine periodisch. Zwischen zwei und vier Besuche pro Jahr für die Kernbelegschaft und eine ähnliche Anzahl für das Management und C-level Angestellte mit einer dauer von 1-2 Tagen sind eine gute Praxis. Natürlich hängt dies vom Projektumfang, der Projektdauer und der Anzahl der in das Projekt involvierten nearshore Softwareentwickler ab. Dies sind mit die lohnendsten „versteckten Ausgaben“, die sogar ein CFO als gute Investition ansehen wird.   

Verbinden Sie sich mit Ole Jeppesen auf LinkedIn oder Twitter.

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Daxx Team

Daxx Team is a team of passionate creative writers, content marketers, designers who vigorously research internet as well as cooperate with developers and Managing Director at Daxx to provide you with the top-notch material about tech, salary trends, development team hiring and management tips as well as up-to-date information about Ukrainian IT outsourcing market.

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